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Wir sind für Sie da

Informationen zu unserem Notdienst

Die Aufrechterhaltung eines Not- bzw. Bereitschaftsdienstes über 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erfordert einen immensen organisatorischen, materiellen und auch finanziellen Aufwand. Neben der notwendigen Bereitschaft unserer Mitarbeiter zur Arbeit im Notdienst sind die Rahmen-bedingungen durch den Gesetzgeber maßgeblich verschärft worden (u.a. Arbeitszeitgesetz, Arbeitsschutzbestimmungen, Mutterschutzgesetz). Infolgedessen ziehen sich viele tierärztliche Einrichtungen aus der Notdienstversorgung zurück. Hierdurch kommt es zu einem immer höheren Patientenaufkommen für die wenigen Einrichtungen die weiterhin einen Notdienst in vollem Umfang anbieten.

In unserem Notdienst sind stets bis zu drei Tierärzte/-innen und die entsprechende Anzahl Tiermedizinischer Fachangestellten für die Behandlungen, Operationen und Versorgung der Stationspatienten tätig. Der Bereitschaftsdienst geht dabei mehr und mehr in eine Präsenz-bereitschaft mit enorm zunehmender Belastung für unser Team über. Alle Mitarbeiter unserer spezialisierten tierärztlichen Einrichtung eint das Ziel, mit überdurchschnittlichem und leidenschaftlichem Einsatz, den Notdienst für Ihre Lieblinge in dieser Form weiter aufrecht erhalten zu wollen. Damit möchten wir dem hohen Stellenwert unserer geliebten Vierbeiner und den damit einhergehenden erhöhten Ansprüchen an die tiermedizinische Versorgung gerecht werden.

Die medizinischen Vorgehensweisen bei unseren Haustieren stehen denen in der Humanmedizin heute in Nichts mehr nach. Hieraus ergibt sich eine deutliche Erhöhung der finanziellen Aufwendungen pro Patient. In diesem Zusammenhang möchten wir ausdrücklich auf die erhöhte Gebührengestaltung im Notdienst hinweisen.

Wir alle vom Team vivet lieben unseren Job und sind gerne bereit, den hohen Einsatz zu erbringen, um für unsere Patienten zu jeder Zeit einsatzbereit zu sein. Zum Glück wird dieser Einsatz durch den Großteil unserer Kunden auch sehr wertgeschätzt, denn viele wissen, dass diese Arbeit im Notdienst regelmäßig eine Belastung über das normale Maß hinaus bedeutet.

Was ist ein lebensbedrohlicher Notfall?
  • Patienten im Schockzustand z.B. verunfallte Tiere nach Autounfall oder Stürzen, allgemein Traumapatienten
  • Akute Verschlechterung des Allgemeinbefindens z.B. nach Fremdkörperaufnahme oder bei chronisch erkrankten Tieren (z.B. Diabetes Mellitus, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüber- oder unterfunktion etc.)
  • Starke Atemwegsprobleme bis hin zur Atemnot
  • Kein Harnabsatz trotz Absatzversuch im Verlauf eines Tages
  • Akute Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen; starke Gleichgewichtsstörungen
  • Plötzlich umfangsvermehrter Bauch und gestörtes Allgemeinbefinden / im Zusammenhang mit unproduktivem Erbrechen (=> möglicher Hinweis einer Magendrehung)
  • Großflächige (Biss-)Verletzungen mit starker bis unstillbarer Blutung
  • Fieber gepaart mit stark reduziertem Allgemeinbefinden
  • Gestörter Geburtsverlauf mit progressiver Verschlechterung der Patientin
  • Vergiftung mit und ohne schlechtem Allgemeinbefinden z.B. Rattengift/Mäusegift, Schneckenkorn, Frostschutzmittel, Schokolade in größeren Mengen, Aufnahme von Medikamenten (z.B. Ibuprofen, Anti-Baby-Pille usw.)
  • Bei ungestörtem Allgemeinbefinden sind es keine unmittelbaren Notfälle, aber sie könnten sich bei ausbleibendem Handeln dazu entwickeln
  • Tiermedizinische Maßnahmen zur Reduktion der Aufnahme des Giftstoffes im Magendarmtrakt sind notwendig (z.B. Erbrechen lassen, Magendarmtrakt Spülung, Applikation des Gegengifts, ggf. intensivmedizinische Betreuung)
Was sind behandlungsbedürftige Patienten für die Notfallsprechstunde?

Erkrankungen wie zum Beispiel Hotspots, Juckreiz, Otitis, eingerissene Krallen, plötzlich oder graduell auftretender Schwindel/Kopfschiefhaltung bei älteren Hunden, plötzliche Lahmheiten, (Biss-)Verletzungen mit kontrollierter Blutung oder Fieberpatienten bei sonst ungestörtem Allgemeinbefinden, sind sicherlich behandlungsbedürftig – aber es sind keine Notfälle im engeren Sinne. Wenn Sie sich Sorgen um ihren Liebling machen, stehen wir Ihnen in solchen Fällen zu unseren Notfallsprechstunden zur Verfügung. Eine telefonische Anmeldung ist hierfür erforderlich.Für die weitere Abklärungen von chronischen Erkrankungen bei ansonsten ungestörtem Allgemeinbefinden (z.B. seit längerem bestehender Durchfall; Lahmheiten; viel Trinken/Urinieren; wiederkehrendes Erbrechen) oder für Zeckenentfernung, vereinbaren Sie bitte einen regulären Termin zu unseren bekannten Sprechzeiten

Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 19:00 Uhr.

Das Futter Ihres Futtermittelallergikers oder die Medikamente Ihres Lieblings unter Dauermedikation (z.B. Insulin, Schmerzmedikation, Immunsuppressiva …) neigt sich dem Ende? Zur Vermeidung einer Vorstellung im Notdienst bitten wir Sie, Ihre Reserven im Blick zu behalten und sich frühzeitig und ausreichend zu bevorraten.

Wenn für Sie dennoch eine Vorstellung zu unserer Notfallsprechstunde unumgänglich ist, verstehen sie bitte, dass auch diese Fälle mit erhöhten Gebühren abgerechnet werden müssen. Eine Vorstellung während der Rufbereitschaft ist nicht möglich.

Wie können SIE uns unterstützen?

Bundesweit beobachten wir das Phänomen des Kliniksterbens und des zunehmenden Personalmangels. Allen Beteiligten im Bereich der Tiermedizin ist eine Versorgung unserer Haustiere, gerade auch im Notdienst, ein wichtiges Anliegen. Auch Ihnen als Patientenbesitzer ist sicher eine große Sorge genommen, wenn Sie wissen, dass Sie sich in einem akuten Notfall mit Ihrem Liebling an uns wenden können. Unterstützen Sie uns mit Umsicht, sodass wir den Notdienst auch in Zukunft weiterhin aufrechterhalten können und teilen Sie gerne diese Informationen mit anderen Tierbesitzern.

Empfehlen Sie uns auch gerne anderen Tierärzte/innen und tiermedizinischen Fachangestellten die eine neue, anspruchsvolle, abwechslungsreiche und aufregende Aufgabe suchen. Wir suchen zur Unterstützung im Notdienst regelmäßig Kolleginnen und Kollegen, allerdings erschweren der flächendeckende Fachkräftemangel und die teilweise fehlende Bereitschaft an diesen Dienstmodellen teilzunehmen, diese Suche.

Hinweise und Empfehlungen
  • Rechnen Sie im Notfall mit eventuell längerer Wartezeit
    • Es kann vorkommen, dass Sie bereits länger im Wartezimmer warten, aber nach Ihnen kommende Notfälle vorgezogen werden müssen
    • Vertrauen Sie darauf, dass unser Team verantwortungsvoll nach medizinischer Notwendigkeit entscheidet
    • Auch wenn das Wartezimmer für Sie unbesetzt erscheint, haben wir im Zweifel in den Behandlungsräumen, im OP oder auf der Station andere Notfälle zu versorgen die in diesem Moment priorisiert versorgt werden müssen
    • Sollte die maximale Aufnahmekapazität erreicht sein, kann es notwendig werden, dass Patienten an die umliegenden Tierkliniken weiterleitet werden müssen.
  • Planen Sie Tierarztbesuche rechtzeitig
    • Es sollten keine Termine aus organisatorischen Gründen in den Notdienst verschoben werden
    • Nehmen Sie sich Zeit für die medizinische Versorgung Ihres Haustieres, auch wenn dies einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand bedeutet – nehmen Sie Urlaub oder organisieren Sie eine Vertrauensperson, die mit Ihrem Haustier den Tierarzttermin wahrnehmen kann
    • Das Futter Ihres Futtermittelallergikers oder die Medikamente Ihres Lieblings unter Dauermedikation (z.B. Insulin, Schmerzmedikation, Immunsuppressiva …) neigen sich dem Ende zu? Zur Vermeidung einer Vorstellung im Notdienst möchten wir Sie bitten, Ihre Reserven im Blick zu behalten und sich bei Erforderlichkeit frühzeitig und ausreichend zu bevorraten.
  • Tierkrankenversicherung
    • Längere stationäre Versorgung z.B. von Traumapatienten, chronisch erkrankten Tieren und größere Eingriffe wie Frakturversorgungen und Notfalloperationen können einen großen finanziellen Aufwand bedeuten. Daher die dringende Empfehlung: Informieren Sie sich doch einmal über eine der zahlreichen Tierkrankenversicherungen ob diese für Sie und Ihren vierbeinigen Freund in Frage kommen könnten. Schlussendlich sollen nicht die Kosten, sondern die medizinische Notwendigkeit darüber entscheiden, ob und mit welcher Behandlungsmethode Ihrem Liebling am besten geholfen werden sollte.
Kosten im Notdienst

Im Notdienst sind grundsätzlich höhere Gebühren zu entrichten. Notdienstarbeit ist eine verantwortungsvolle und vor allem belastende Aufgabe, welche angemessen und fair vergütet werden muss. Neben den erhöhten Personalkosten zu Notdienstzeiten sind die kostenintensiven Aufwendungen zum durchgängigen Betrieb unseres modernen, medizinischen Diagnostik- und Behandlungsequipments der Grund für die notwendige Abrechnung zu erhöhten Abrechnungssätzen.

Abgerechnet wird im Rahmen der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). In dieser ist zwingend vorgegeben, dass bei jedem Tierarztbesuch zu Notdienstzeiten zusätzlich zu den eigentlichen Behandlungskosten eine pauschale „Notdienstgebühr“ in Höhe von 50 EUR zzgl. MwSt. zu erheben ist. Zudem muss die Abrechnung im Notdienst mindestens zum 2fachen Satz erfolgen und kann entsprechend der Schwere des Falles bis zum 4fachen Satz angehoben werden.