Hypothyreose beim Hund – einfach erklärt
Was ist eine Hypothyreose?
Die Hypothyreose ist eine Erkrankung der Schilddrüse. Dieses kleine Organ produziert Hormone, die für viele wichtige Funktionen im Körper zuständig sind – vor allem für den Stoffwechsel.
Bei einer Hypothyreose bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dadurch laufen viele Körperprozesse langsamer ab.
Betroffen sind vor allem mittelalte bis ältere Hunde, besonders größere Rassen. Auch jüngere Hunde können erkranken, das ist jedoch seltener.
Bei Katzen kommt diese Erkrankung nur sehr selten vor.
Was passiert im Körper?
Fehlen Schilddrüsenhormone, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Der Hund hat weniger Energie, nimmt leichter zu und verschiedene Organe und Körperfunktionen können beeinträchtigt werden.
Woran erkenne ich eine mögliche Hypothyreose?
Die Anzeichen entwickeln sich oft schleichend und sind nicht immer sofort eindeutig. Häufige Symptome sind:
- Gewichtszunahme, obwohl der Hund nicht mehr frisst als sonst
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit – der Hund wirkt schlapp, spielt weniger oder ist deutlich weniger belastbar
- Haarausfall oder ein stumpfes, glanzloses Fell
- Hautprobleme, z. B. trockene, schuppige Haut oder wiederkehrende Hautentzündungen
- Chronische Ohrentzündungen
- Muskelschwäche
- Verhaltensänderungen – manche Hunde wirken traurig, teilnahmslos oder weniger interessiert an ihrer Umgebung
Was sind die Ursachen?
In etwa 95 % der Fälle handelt es sich um eine sogenannte primäre Hypothyreose.
Diese entsteht meist durch:
- eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigene Schilddrüse angreift
- oder eine Rückbildung der Schilddrüse ohne bekannte Ursache
Seltener können auch Tumoren, angeborene Erkrankungen oder äußere Einflüsse eine Rolle spielen.
Wie wird die Erkrankung festgestellt?
Ein erster Verdacht ergibt sich oft bereits durch die Krankengeschichte und die Symptome des Hundes.
Zur sicheren Diagnose sind Blutuntersuchungen notwendig. Dabei werden:
- die Schilddrüsenhormone,
- deren Vorstufen
- und ggf. spezielle Antikörper gemessen
In manchen Fällen sind zusätzliche Tests oder ein Ultraschall der Schilddrüse sinnvoll.
Wie wird Hypothyreose behandelt?
Die Behandlung besteht aus der lebenslangen Gabe von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform.
Diese gleichen den Hormonmangel aus und bringen den Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht.
Wichtig sind regelmäßige Blutkontrollen, damit die Medikamentendosis optimal angepasst werden kann.
Kann ein Hund mit Hypothyreose ein normales Leben führen?
Ja!
Mit der richtigen Behandlung können Hunde mit Hypothyreose ein ganz normales, gesundes und aktives Leben führen. Oft bessern sich die Symptome bereits wenige Wochen nach Beginn der Therapie deutlich.
Fazit
Die Hypothyreose ist eine gut behandelbare Erkrankung. Wenn dein Hund Symptome wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Hautprobleme oder Haarausfall zeigt, solltest du dies tierärztlich abklären lassen.
Mit der richtigen Diagnose und Therapie hat dein Hund sehr gute Chancen auf eine hohe Lebensqualität.