Die eitrige Gebärmutterentzündung (Pyometra)

21. September 2026

Eine häufige und ernstzunehmende Erkrankung der Hündin

Die Pyometra (griechisch: Pyo = Eiter, Metra = Gebärmutter) ist eine häufige Erkrankung bei nicht kastrierten Hündinnen. Dabei entzündet sich die Gebärmutter und füllt sich mit eitrigem Sekret.

Die Erkrankung kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden und erfordert daher eine rasche tierärztliche Behandlung.

Wie entsteht eine Pyometra?

Hormonelle Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut begünstigen die Entstehung einer Pyometra. Gelangen während der Läufigkeit oder kurz danach Bakterien durch den geöffneten Muttermund in die Gebärmutter, können sie dort eine Entzündung auslösen.

Typischerweise tritt eine Pyometra etwa 2 bis 12 Wochen nach der Läufigkeit auf.

Bakterien können zusätzlich Toxine (Giftstoffe) bilden, die über die Blutbahn weitere Organe – insbesondere die Nieren – beeinträchtigen können.

Offene oder geschlossene Pyometra

Man unterscheidet zwei Formen:

Offene Pyometra:
Der Muttermund ist geöffnet und eitriges Sekret kann über die Scheide abfließen. Häufig fallen eitriger oder übelriechender Ausfluss sowie vermehrtes Belecken der Scheide auf.

Geschlossene Pyometra:
Der Muttermund ist verschlossen. Das Sekret sammelt sich in der Gebärmutter und kann nicht abfließen. Diese Form ist besonders tückisch, da häufig kein vaginaler Ausfluss sichtbar ist und sich der Zustand der Hündin dennoch schnell verschlechtern kann.

Welche Symptome können auftreten?

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Mögliche Anzeichen sind:

  • verminderter Appetit oder Futterverweigerung
  • Mattigkeit oder Apathie
  • Fieber
  • vaginaler Ausfluss bei einer offenen Pyometra
  • vermehrtes Belecken der Scheide
  • vermehrtes Trinken
  • vermehrter Harnabsatz
  • Erbrechen oder Durchfall

In schweren Fällen können Bakterien und deren Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen und eine Sepsis („Blutvergiftung“) mit schweren Kreislaufproblemen verursachen.

Mögliche Komplikationen

Neben der Gebärmutter können auch andere Organe, insbesondere die Nieren, beeinträchtigt werden.

Ist die Gebärmutter stark gefüllt oder ihre Wand bereits geschädigt, kann sie reißen (Uterusruptur). Dabei gelangt eitriger Inhalt in die Bauchhöhle und kann eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) verursachen.

Diagnostik

Ein besonders wichtiges Verfahren zur Diagnose ist die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Dabei lässt sich eine vergrößerte und mit Flüssigkeit gefüllte Gebärmutter meist gut erkennen.

Ergänzend geben die klinische Untersuchung und Blutuntersuchungen Aufschluss über den Allgemeinzustand der Hündin, die Stärke der Entzündung und mögliche Auswirkungen auf weitere Organe.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem Allgemeinzustand der Hündin, den Blutwerten und dem Ultraschallbefund.

Je nach Zustand können zunächst folgende Maßnahmen notwendig sein:

  • Schmerztherapie
  • Antibiotika
  • Infusionstherapie

In vielen Fällen ist die chirurgische Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke (Ovariohysterektomie, OHE) die Therapie der Wahl. Bei schwer erkrankten Hündinnen kann die Operation notfallmäßig erforderlich sein.

In ausgewählten Fällen ist eine medikamentöse Behandlung möglich, beispielsweise bei Zuchthündinnen. Diese muss engmaschig tierärztlich überwacht werden.

Nach einer rein medikamentösen Therapie besteht jedoch ein deutlich erhöhtes Risiko, dass die Pyometra nach einer späteren Läufigkeit erneut auftritt.

Unser Rat

Beobachten Sie Ihre Hündin insbesondere 2 bis 12 Wochen nach der Läufigkeit aufmerksam.

Treten in dieser Zeit Mattigkeit, Appetitverlust, vermehrtes Trinken, häufigerer Harnabsatz, vaginaler Ausfluss oder andere ungewöhnliche Veränderungen auf, sollte die Hündin zeitnah tierärztlich untersucht werden.

Wichtig: Auch ohne sichtbaren Ausfluss kann eine Pyometra vorliegen. Gerade die geschlossene Form kann sich schnell zu einem lebensbedrohlichen Notfall entwickeln.