Der Zyklus der Hündin

07. September 2026

Die vier Phasen des Sexualzyklus

Der Geschlechtsapparat der Hündin besteht aus den Eierstöcken (Ovarien), der Gebärmutter (Uterus) sowie Scheide und Vulva.

Die meisten Hündinnen werden etwa alle sechs bis sieben Monate läufig. Die Abstände können jedoch individuell und rassebedingt deutlich variieren. Während der Läufigkeit treten typischerweise eine Schwellung der Vulva und zunächst blutiger Scheidenausfluss auf.

Der Zyklus der Hündin wird in vier Phasen unterteilt:

  • Proöstrus (Vorbrunst)
  • Östrus (Brunst)
  • Metöstrus/Diestrus
  • Anöstrus (Ruhephase)

Proöstrus und Östrus werden zusammen als Läufigkeit bezeichnet.

Proöstrus – die Vorbrunst

Der Proöstrus dauert durchschnittlich etwa neun Tage, kann aber individuell deutlich kürzer oder länger sein.

In dieser Phase schwillt die Vulva an und es tritt meist blutiger Scheidenausfluss auf. Die Hündin wird für Rüden zunehmend interessant, ist in der Regel jedoch noch nicht deckbereit.

Östrus – die Brunst

Während des Östrus zeigt die Hündin ihre Deckbereitschaft. Der Scheidenausfluss wird häufig heller und die Schwellung der Vulva kann wieder etwas zurückgehen.

In dieser Phase findet auch der Eisprung (Ovulation) statt. Der genaue Zeitpunkt kann von Hündin zu Hündin variieren und lässt sich allein anhand äußerer Anzeichen nicht zuverlässig bestimmen. Für eine gezielte Zuchtplanung kann der Ovulationszeitpunkt beispielsweise mithilfe von Hormonuntersuchungen genauer eingegrenzt werden.

Nach dem Eisprung entstehen an den Eierstöcken die Gelbkörper (Corpora lutea). Diese produzieren vor allem das Hormon Progesteron, das den weiteren Zyklus maßgeblich beeinflusst.

Metöstrus – die Phase nach der Läufigkeit

An die Läufigkeit schließt sich der Metöstrus bzw. Diestrus an. Diese hormonell aktive Phase dauert mehrere Wochen und findet auch dann statt, wenn die Hündin nicht trächtig geworden ist.

Die Gelbkörper produzieren weiterhin Progesteron. Im weiteren Verlauf bilden sie sich zurück und die Gebärmutter geht allmählich wieder in ihren Ruhezustand über.

In dieser Zyklusphase können auch typische hormonabhängige Veränderungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise eine Scheinträchtigkeit sowie Erkrankungen der Gebärmutter wie die Pyometra (eitrige Gebärmutterentzündung).

Anöstrus – die Ruhephase

Der Anöstrus ist die sexuelle und hormonelle Ruhephase zwischen zwei Zyklen. Seine Dauer ist individuell unterschiedlich und bestimmt wesentlich den Abstand zwischen zwei Läufigkeiten.

Gegen Ende des Anöstrus beginnt erneut die Aktivität der Eierstöcke und der nächste Zyklus wird vorbereitet.

Warum ist es wichtig, den Zyklus zu kennen?

Wer den Zyklus seiner Hündin kennt, kann Veränderungen besser einordnen und mögliche Erkrankungen frühzeitig erkennen.

Besonders der Zeitraum in den Wochen nach der Läufigkeit sollte aufmerksam beobachtet werden. Treten beispielsweise Mattigkeit, Appetitverlust, vermehrtes Trinken, häufigerer Harnabsatz oder ungewöhnlicher Scheidenausfluss auf, sollte die Hündin tierärztlich untersucht werden.

Es empfiehlt sich daher, Beginn und Dauer jeder Läufigkeit zu dokumentieren. So lassen sich Veränderungen der Zyklusabstände leichter erkennen und wichtige Informationen für die tierärztliche Beurteilung festhalten.