Mammatumore, also Tumoren des Gesäuges, gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei unkastrierten und spät kastrierten Hündinnen. Sie treten vor allem ab einem Alter von etwa 7 Jahren häufiger auf, besonders aber zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr.
Was sind Mammatumore?
Hündinnen besitzen zwei Gesäugeleisten mit jeweils fünf Mammakomplexen. Ein Mammakomplex besteht aus einer Milchdrüse und der zugehörigen Zitze.
Mammatumore können an einem oder mehreren dieser Komplexe entstehen. Häufig werden sie von den Besitzern beim Streicheln oder Bürsten als Knoten im Gesäuge entdeckt.
Die Entstehung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Neben einer möglichen erblichen Komponente spielen insbesondere hormonelle Faktoren eine Rolle. Auch der Zeitpunkt einer Kastration und die Anwendung von Medikamenten zur Unterdrückung der Läufigkeit können das Risiko beeinflussen. Übergewicht kann ebenfalls begünstigend wirken. Die protektive Wirkung einer Frühkastration auf die Entstehung von Mammatumoren ist nicht abschließend geklärt, bzw. bewiesen.
Gutartig oder bösartig?
Mammatumore können gut- (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Etwa 30–60 % der Tumoren sind nach verschiedenen Untersuchungen bösartig. Aus zunächst gutartigen Veränderungen können sich im Verlauf bösartige Tumore (Karzinome) entwickeln.
Deshalb sollten neu entdeckte Knoten im Gesäuge zeitnah tierärztlich untersucht werden. Bei mehreren Knoten muss jede Veränderung einzeln beurteilt werden.
Ob ein Tumor gut- oder bösartig ist, lässt sich durch Abtasten nicht sicher feststellen. Auch eine Feinnadelaspiration (FNA) ist bei Mammatumoren nicht immer aussagekräftig, da es zu Mischtumoren kommen kann. Diese können durch punktuelle Probenentnahme nicht in vollem Umfang beurteilt werden. Eine sichere Einstufung erfolgt durch die histopathologische Untersuchung des gesamten entfernten Tumorgewebes.
Bösartige Mammatumore können in die umliegenden Lymphknoten, die Lunge oder andere Organe streuen. Vor einer Operation können deshalb – abhängig vom individuellen Befund – eine Blutuntersuchung sowie weitere bildgebende Untersuchungen sinnvoll sein.
Behandlung
Die chirurgische Entfernung des Tumors ist die wichtigste Behandlung. Im Idealfall sollte die gesamte betroffene Gesäugeleiste (alle Komplexe einer Seite) entfernt werden. Je nach Ausmaß des Tumors und Alter des Patienten kann auch eine Teilresektion der Gesäugeleiste (einzelne Komplexe einer Seite) oder lediglich die Entfernung des Tumors ohne das dazugehörige Gesäugegewebe erwogen werden.
Bei einer unkastrierten Hündin kann außerdem eine gleichzeitige Kastration besprochen werden, da der Einfluss von Sexualhormonen auf die Entwicklung bestimmter Mammatumore nicht ausgeschlossen werden kann.
Prognose
Bei gutartigen Tumoren und bei vielen bösartigen Tumoren, die vollständig entfernt wurden und noch keine Metastasen gebildet haben, kann die Prognose gut sein. Allerdings können im verbleibenden Gesäugegewebe jederzeit weitere Tumoren entstehen. Regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig.
Sie haben einen Knoten im Gesäuge Ihrer Hündin entdeckt oder Fragen zum Thema Mammatumore? Sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie ausführlich über die notwendigen Untersuchungen und das weitere Vorgehen.