Chronisch degenerative Mitralklappenerkrankung (DMVD) beim Hund

31. August 2026

Die häufigste Herzerkrankung des Hundes

Die chronisch degenerative Mitralklappenerkrankung (DMVD) – auch Endokardiose oder Mitralklappeninsuffizienz genannt – ist die häufigste erworbene Herzerkrankung des Hundes.

Dabei verändern sich die Herzklappen, insbesondere die Mitralklappe, zunehmend. Sie schließen nicht mehr vollständig, sodass Blut bei jedem Herzschlag zurückfließt. Dadurch wird das Herz dauerhaft stärker belastet. Im weiteren Verlauf kann sich daraus eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln.

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Die Erkrankung tritt vor allem bei kleinen und mittelgroßen Hunderassen auf. Besonders häufig betroffen sind unter anderem:

  • Cavalier King Charles Spaniel
  • Teckel
  • Chihuahua
  • Yorkshire Terrier
  • Malteser
  • Shih Tzu
  • Pudel
  • Zwergspitz
  • Zwergschnauzer
  • Bichon Frisé

Bei großen Hunden kommt die DMVD deutlich seltener vor, kann jedoch ebenfalls auftreten. Für einige Rassen wird eine genetische Veranlagung angenommen.

Wie entwickelt sich die Erkrankung?

Im Laufe der Zeit verdicken sich die Klappensegel und verlieren ihre Elastizität. Die Herzklappe kann dadurch nicht mehr vollständig schließen und Blut fließt in die falsche Richtung zurück.

Die Erkrankung schreitet meist langsam über mehrere Jahre fort. Viele Hunde zeigen lange Zeit keinerlei Beschwerden. Häufig wird zunächst lediglich bei einer Routine- oder Vorsorgeuntersuchung ein Herzgeräusch festgestellt.

Welche Symptome können auftreten?

Mit zunehmender Veränderung des Herzens können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • verminderte Belastbarkeit und Leistungsschwäche
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Husten
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • verminderter Appetit
  • Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
  • vergrößerter Bauchumfang durch Flüssigkeitsansammlungen

Nicht jeder Hund mit einem Herzgeräusch zeigt unmittelbar Symptome. Beschwerden treten häufig erst dann auf, wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist und sich eine Herzinsuffizienz entwickelt.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Alter, Rasse und ein bei der Untersuchung festgestelltes Herzgeräusch können erste Hinweise auf eine DMVD geben.

Die wichtigste Untersuchung zur genauen Beurteilung ist der Herzultraschall (Echokardiographie). Dabei können die Herzklappen, die Größe der Herzkammern sowie die Funktion des Herzens beurteilt werden.

Auf Grundlage der Untersuchung kann die Erkrankung einem bestimmten Krankheitsstadium (A bis D) zugeordnet werden. Diese Einteilung ist wichtig für die Entscheidung, ob bereits eine Behandlung notwendig ist und welche Therapie geeignet ist.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, zum Beispiel:

  • Röntgenaufnahmen des Brustkorbs
  • Blutuntersuchungen einschließlich spezieller Herzmarker
  • Blutdruckmessung

Behandlung und Verlauf

Die DMVD ist nicht heilbar, lässt sich jedoch in vielen Fällen über längere Zeit gut behandeln.

Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium, den Ultraschallbefunden und den vorhandenen Beschwerden. Nicht jeder Hund mit einer diagnostizierten Mitralklappenerkrankung benötigt deshalb sofort Medikamente.

Ziel der Behandlung ist es, das Herz zu entlasten, auftretende Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten einer Herzinsuffizienz möglichst lange hinauszuzögern.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind dabei besonders wichtig. Sie ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.

Prognose

Die Prognose hängt wesentlich davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt wird und wie schnell sie fortschreitet. Viele Hunde können über Jahre ohne erkennbare Beschwerden leben und benötigen zunächst lediglich regelmäßige Kontrollen.

Mit zunehmender Herzinsuffizienz wird eine konsequente medikamentöse Behandlung wichtiger. Auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann eine individuell angepasste Therapie dazu beitragen, Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Unser Rat

Besonders bei Hunden prädisponierter Rassen sind regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sinnvoll. Ein Herzgeräusch kann oftmals festgestellt werden, bevor erste Beschwerden auftreten.

Zeigt Ihr Hund Symptome wie Husten, eine erhöhte Atemfrequenz, nachlassende Belastbarkeit, Atemnot oder Ohnmachtsanfälle, empfehlen wir eine zeitnahe kardiologische Abklärung.

Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie, welche Untersuchungen für Ihren Hund sinnvoll sind.