Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) bei der Katze

17. August 2026

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste Herzerkrankung der Katze. Sie entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt, vor allem deswegen, weil sich oft noch kein abnormales Herzgeräusch bei Untersuchungen äußert. Viele Katzen zeigen erst Symptome, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen – insbesondere bei Risikorassen.

Was ist eine HCM?

Bei einer HCM verdickt (hypertrophiert) sich die Muskulatur der linken Herzkammer. Dadurch verliert das Herz an Elastizität und kann sich zwischen den Herzschlägen nicht mehr ausreichend mit Blut füllen. Mit der Zeit wird die Pumpleistung eingeschränkt und das Risiko für Herzschwäche, Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge oder Blutgerinnsel steigt.

Die Ursache ist häufig genetisch bedingt. Deshalb tritt die Erkrankung bei bestimmten Katzenrassen besonders häufig auf.

Welche Katzen sind besonders betroffen?

Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem bei:

  • Maine Coon
  • Perser
  • Ragdoll
  • Britisch Kurzhaar
  • Norwegische Waldkatze
  • Sphynx

Grundsätzlich kann jedoch jede Katze an einer HCM erkranken – auch Hauskatzen ohne bekannte Rassezugehörigkeit.

Welche Symptome können auftreten?

Viele Katzen wirken trotz bestehender Herzerkrankung über lange Zeit völlig gesund. Erst im weiteren Verlauf können folgende Anzeichen auftreten:

  • verminderte Aktivität
  • schnelle Ermüdung
  • erhöhte (Ruhe-) Atemfrequenz
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die Aortenthrombose. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) im Herzen, das von dort abgeschwemmt wird und dann durch Verstopfung der Arterien die Blutversorgung der Hinterbeine plötzlich unterbricht. Betroffene Katzen zeigen starke Schmerzen. Durch die fehlende Durchblutung fühlen sich die Hinterpfoten kalt an und wirken blasser. Die Tiere können die Hinterbeine nicht mehr bewegen und benötigen sofort tierärztliche Hilfe.
Bei schweren Fällen kann es, bei sehr langer unentdeckter HCM-Erkrankung oder in dessen Verlauf, zu einer sich verschlechternden bekannten Herzerkrankung (dem sogenannten „kongestiven Herzversagen“) kommen. In diesem Zustand kommt es durch die stark verminderte Herzleistung des Patienten zu einem verminderten Blutfluss und zu Rückstauung von Flüssigkeit und Organschäden, v.a. in die Lunge, und im Folgenden zu massiver Atemwegsproblemen bis hin zu Atemnot.

Wie wird eine HCM festgestellt?

Die Grundlage einer Herzuntersuchung bildet immer eine gründliche Auskultation (=Abhören) von Herz und Lunge. Als weiterführende Untersuchung ist der Herzultraschall (Echokardiographie) unerlässlich. Damit lassen sich die Wanddicke, die Funktion des Herzens und sich eventuell anbahnende Blutgerinnsel genau beurteilen.

Ergänzend können je nach Situation weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:

  • Blutdruckmessung
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs
  • Blutuntersuchung inkl. spezieller Herzmarker

Kann eine HCM behandelt werden?

Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Je nach Stadium können Medikamente jedoch helfen, das Herz zu entlasten, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Behandlung anzupassen.

Fazit

Die HCM ist die häufigste Herzerkrankung der Katze und verläuft oft lange unbemerkt. Besonders Katzen der Risikorassen profitieren von regelmäßigen, ggf. sogar vorsorglichen (prophylaktischen) Herzuntersuchungen. Wird die Erkrankung früh erkannt, kann sie häufig über viele Jahre erfolgreich begleitet werden.