Die Schilddrüse ist ein kleines, aber sehr wichtiges Organ – sie liegt beidseitig am Hals, neben der Luftröhre. Ihre Aufgabe: die Produktion und Freisetzung lebenswichtiger Hormone, die den gesamten Stoffwechsel steuern.
Diese Hormone beeinflussen Herzfrequenz, Blutdruck, Energieverbrauch, Verdauung und sogar Haut und Fell. Wenn die Schilddrüse zu viele dieser Hormone produziert, spricht man von einer Hyperthyreose, also einer Schilddrüsenüberfunktion.
Eine typische Alterskrankheit bei Katzen
Die feline Hyperthyreose zählt zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei älteren Katzen – meist tritt sie ab einem Alter von rund 10 Jahren auf.
Die Ursache ist fast immer eine gutartige Veränderung des Schilddrüsengewebes, die zu einer übermäßigen Hormonproduktion führt. Nur selten (etwa in 2 % der Fälle) steckt ein bösartiger Tumor dahinter.
Die Krankheit entwickelt sich langsam und schleichend, bleibt daher oft lange unentdeckt.
Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion
Da Schilddrüsenhormone viele Organe beeinflussen, können die Anzeichen sehr unterschiedlich sein.
Häufig beobachtete Symptome sind:
- Gewichtsverlust, trotz gesteigertem Appetit (Polyphagie)
- Unruhe oder Hyperaktivität, teilweise sogar Aggressivität
- Erbrechen und/oder Durchfall
- Erhöhte Trinkmenge (Polydipsie) und häufiges Urinieren (Polyurie)
- Hecheln, beschleunigte Atmung
- Stumpfes, struppiges Fell
- Vergrößerte, tastbare Schilddrüse am Hals
- Herzgeräusche oder Herzrhythmusstörungen, die der Tierarzt beim Abhören feststellen kann
Nicht alle Katzen zeigen alle Symptome – manchmal fällt lediglich ein unerklärlicher Gewichtsverlust auf.
Diagnose: So erkennt der Tierarzt die Hyperthyreose
Der Verdacht ergibt sich häufig schon aus den Symptomen und der klinischen Untersuchung.
Zur sicheren Diagnose werden gezielte Blutuntersuchungen durchgeführt, bei denen die Konzentration des Schilddrüsenhormons T4 (Thyroxin) gemessen wird.
Viele Tierarztpraxen empfehlen bei älteren Katzen ohnehin einen geriatrischen Check-up, bei dem auch die Schilddrüsenwerte überprüft werden – so lässt sich die Erkrankung frühzeitig erkennen.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine Schilddrüsenüberfunktion lässt sich auf verschiedene Arten behandeln – die Wahl der Therapie hängt vom Alter, dem Allgemeinzustand und möglichen Begleiterkrankungen der Katze ab.
- Medikamente
Mit sogenannten Thyreostatika (hemmenden Tabletten oder Tropfen) lässt sich die Hormonproduktion kontrollieren.
Sie müssen jedoch dauerhaft gegeben werden und behandeln nicht die Ursache, sondern nur die Symptome.
- Operation
Bei gutem Allgemeinzustand kann die erkrankte Schilddrüse operativ entfernt werden.
Dies ist in vielen Fällen eine dauerhafte Lösung, insbesondere wenn die Veränderungen einseitig sind.
- Radiojodtherapie
Eine sehr effektive und schonende Methode ist die Radiojodtherapie: Dabei wird das krankhaft veränderte Gewebe gezielt zerstört, während gesundes Gewebe erhalten bleibt.
In vielen Fällen kann die Katze dadurch dauerhaft geheilt werden – insbesondere bei jüngeren oder stabilen Patienten.
Warum eine Behandlung so wichtig ist
Unbehandelt führt die Schilddrüsenüberfunktion zu einer dauerhaften Überbelastung von Herz, Kreislauf und Stoffwechsel.
Mögliche Folgen sind:
- Herzrhythmusstörungen
- starker Gewichtsverlust
- Bluthochdruck
- Organschäden (v. a. an Herz und Nieren)
Bei älteren Katzen tritt häufig zusätzlich eine chronische Niereninsuffizienz auf, die den Verlauf und die Therapie beeinflussen kann. Daher ist eine individuelle, tierärztliche Betreuung entscheidend.
Fazit
Die feline Hyperthyreose ist eine ernsthafte, aber gut behandelbare Erkrankung.
Wer bei seiner Katze Veränderungen im Verhalten, Gewicht oder Fressverhalten bemerkt, sollte frühzeitig einen tierärztlichen Check-up durchführen lassen.
Mit einer rechtzeitigen Diagnose und der passenden Therapie können betroffene Katzen noch viele glückliche, gesunde Jahre verbringen.